29 Okt 2021

Erste Öko-Modellregionen in NRW gehen an den Start

Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen will den Öko-Landbau weiter voranbringen und hat sich im Rahmen der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2030 soll ein Anteil von 20 Prozent der in Nordrhein-Westfalen landwirtschaftlich genutzten Fläche ökologisch bewirtschaftet werden (zum Stichtag 31.12.2020 lag der Anteil bei 6,5 Prozent). „Das schaffen wir nur, wenn wir unsere Unterstützung für den Öko-Landbau noch breiter aufstellen“, sagte Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser am Donnerstag, 28. Oktober 2021, in Düsseldorf anlässlich der Kick-off-Veranstaltung zum Start der ersten drei Öko-Modellregionen im Land. 

Hervorgegangen sind die drei Öko-Modellregionen aus einem Wettbewerb, den das NRW-Umweltministerium im April 2021 ins Leben gerufen hatte. Aus acht Bewerbungen von Regionen mit innovativen Konzepten zur Stärkung des Ökolandbaus wurden die besten drei ausgewählt. Umweltministerin Heinen-Esser überreichte im Auditorium des Düsseldorfer Umweltministeriums nun die Auszeichnungsurkunden mit der Förderzusage über drei Jahre und einem jährlichen Zuschuss von jeweils bis zu 80.000 Euro an die Delegationen der drei Öko-Modellregionen.

„Mit den Öko-Modellregionen beschreiten wir Neuland in Nordrhein-Westfalen. Wir wollen die Regionen dabei unterstützen, die Nachfrage nach Öko-Produkten aus ihrer Region anzukurbeln.“ (NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser)

Das haben die drei Öko-Modellregionen vor:

• Ökomodellregion Bergisches RheinLand (Oberbergischer Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis, Teile des Rhein-Sieg-Kreises):

Die Ökomodellregion Bergisches RheinLand ist als Mittelgebirgsregion durch einen hohen Grünlandanteil und Weidetierhaltung geprägt. Die Arbeiten sollen sich insbesondere auf die Erhöhung des Bio-Milch-Anteils, verbunden mit der Etablierung einer regionalen Verarbeitung und Vermarktung, sowie auf eine Erhöhung der Bio-Rindfleisch-Menge aus der Region und der regionalen Schlachtkapazitäten richten. Außerdem wird eine Erweiterung der regionalen Produktpalette (zum Beispiel Eier), und die Erzeugung von Sonderprodukten (zum Beispiel Schaf- und Ziegenmilch, Haferdrink) angestrebt. Nicht zuletzt sollen auch der Bio-Gemüseanbau und alternative Vermarktungsformen in der Region ausgebaut werden. Flankierend werden die Themen Gewässerschutz, Biodiversität und Klimawandel behandelt.

• Ökomodellregion Kulturland Kreis Höxter:

Die Modellregion Kreis Höxter zeichnet sich durch ein bereits etabliertes Netzwerk an Betrieben und Institutionen aus, die sich seit 20 Jahren unter der Regionalmarke „Kulturland Kreis Höxter“ für ortsnahe und regionale Wirtschaftskreisläufe einsetzen. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche liegt dort über dem Landesdurchschnitt, wenngleich die 1.200 Quadratkilometer große Kreisfläche zu den eher dünn besiedelten Gegenden in Nordrhein-Westfalen gehört. Als „Echte Originale im Ökolandbau“ soll mithilfe der Modellregion der Anteil an ökologisch wirtschaftenden Betrieben und Waren gestärkt und Absatzmärkte in den umliegenden Oberzentren gezielt ausgebaut werden. Dabei wird ein geplantes Biowertschöpfungszentrum zum Anker der Aktivitäten. Besonderer Fokus liegt hier auf den Zwischenverarbeitungsstufen, die vom Feld bis zur Großküche die heute üblichen Service und Veredelungsstufen abbilden sollen und eigene Wertschöpfungspotentiale entfalten.

• Ökomodellregion Niederrhein (Kreise Wesel und Kleve):

Mit der Gemeinschaftsaufgabe „Öko-Modellregion Niederrhein“ wollen sich die beiden Kreise Kleve und Wesel gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und vielen weiteren regionalen Akteuren in einen Transformationsprozess der ländlichen Wirtschaft des Niederrheins begeben: Der Umbau der Land- und Ernährungswirtschaft nach ökologischen Maßstäben mitsamt Etablierung einer starken Dachmarke zielt dabei auf die Erhaltung der durch bäuerliche Weidewirtschaft geprägten Landwirtschaft und Kulturlandschaft des Niederrheins ab. Er dient auch der nachhaltigen Steigerung des Umwelt- und Klimaschutzes, des Tierwohls und der Biodiversität in der Region.

Mehr Informationen zum Ökolandbau gibt es auf der Seite des NRW-Umweltministeriums.