26 Okt 2021

Jahresziel der Landesverwaltung beim Photovoltaik-Ausbau bereits überschritten

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) hat von Januar bis Oktober dieses Jahres auf Landesgebäuden Photovoltaik-Anlagen für eine jährliche Eigenstromproduktion von 1.322.000 Kilowattstunden installiert. Mit 322.000 Kilowattstunden mehr wurde das anvisierte Ziel von 1 Million Kilowattstunden für 2021 damit bereits jetzt weit übertroffen. Die Gesamtmenge entspricht dem Jahresstrombedarf von rund 330 Vier-Personen-Haushalten.

In den vergangenen Monaten rüstete der BLB NRW beispielsweise das Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz in Essen, das Landesarchiv Westfalen in Münster, die Oberfinanzdirektion in Münster und die Justizvollzugsanstalt Siegburg mit einer Solarstrom-Produktion aus.

„Das alles ist ein toller Erfolg, der zeigt, wie schnell wir auf dem Weg zu einer klimaneutralen Landesverwaltung im Jahr 2030 unterwegs sind“ (Lutz Lienenkämper, Minister der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen).

Am 26. Oktober 2021 eröffnete die BLB-NRW-Geschäftsführerin Gabriele Willems mit NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper auf dem Dach des Finanzzentrums Aachen die bislang größte Anlage auf dem Dach einer Landesliegenschaft: 784 Solarmodule versorgen nun das Finanzamtszentrum, in dem alle vier Finanzämter der Domstadt mit rund 1.000 Beschäftigten untergebracht sind, mit 209.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Diese Menge entspricht dem Jahresverbrauch von rund 52 Vier-Personen-Haushalten. Die PV-Anlage des Finanzamtszentrums, dessen Grundfläche mit 118 Metern Länge und 71 Metern Breite so groß ist wie der Rasen des benachbarten Fußballstadions Tivoli, reduziert die energiebedingten CO2-Emmissionen um 117 Tonnen CO2 pro Jahr. Zusätzlich erhöht eine großzügige Dachbegrünung die Wirkkraft der Anlage und sorgt dabei durch Verdunstungskühlung für wesentlich niedrigere Umgebungstemperaturen der Solarmodule.

Hintergrund

Das Landeskabinett hat beschlossen, die Zahl der Photovoltaik-Anlagen auf landeseigenen Liegenschaften wie Finanzämtern, Justizbehörden, Gefängnissen oder Polizeiwachen signifikant zu erhöhen. Diese Initiative ist ein Baustein im generellen Vorhaben, bis zum Jahr 2030 die CO2-Emissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 65 Prozent zu senken und als Landesverwaltung bis 2030 sogar klimaneutral zu werden. Diese ehrgeizigen Ziele setzte sich die Landesregierung mit der Neufassung des nordrhein-westfälischen Klimaschutzgesetzes am 1. Juli 2021.

In diesem Zusammenhang sieht der Haushaltsplanentwurf 2022 für die kommenden fünf Jahre im Rahmen von Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von insgesamt 4,5 Milliarden Euro zusätzliche Mittel für die Sanierung von Landesliegenschaften vor. Damit sollen die bisher jährlich für Modernisierungsmaßnahmen zur Verfügung stehenden Verpflichtungsermächtigungen bis 2026 verdoppelt werden. Die verbindliche Vorgabe von Effizienzstandards für Bestandsgebäude und Neubauten beschleunigt den Umstieg auf eine klimaneutrale Landesverwaltung dabei erheblich.

Eine Übersicht über die im Rahmen der "Photovoltaik-Offensive des Landes" errichteten Anlagen finden Sie auf den Seiten des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW.