4 Okt 2021

Umweltministerium NRW verleiht ersten Tierschutzpreis Nordrhein-Westfalen

Heute, am Welttierschutztag, hat Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Ursula Heinen-Esser den ersten Tierschutzpreis Nordrhein-Westfalen verliehen. Mit dem Preis wird besonderes Engagement im und für den Tierschutz gewürdigt. Im Umweltministerium gratulierten die Ministerin sowie die NRW-Tierschutzbeauftragte Dr. Gerlinde von Dehn den fünf Siegerinnen und Siegern - verliehen wurden zwei erste Plätze und drei zweite Plätze - für ihren herausragenden Einsatz im Bereich des Tierschutzes und Tierwohles. Die Auszeichnung ist mit insgesamt 30.000 Euro dotiert.

"Tierschutz ist der Landesregierung und mir ganz persönlich ein großes Anliegen und die vielen eingereichten Anträge zeigen, wie viele Menschen sich in Nordrhein-Westfalen im Tierschutz engagieren. Tiere sind unsere Mitgeschöpfe, so müssen wir sie auch behandeln - egal ob zu Hause, in Ställen oder in der Natur", sagte Ministerin Heinen-Esser. Einen besonderen Dank richtete die Ministerin an die ausgezeichneten Personen und Vereine: "Sie helfen durch ihren unermüdlichen Einsatz täglich bedürftigen Tieren, leisten wertvolle Bildungsarbeit und engagieren sich in sozialen Projekten. Ihre Arbeit stärkt den Tierschutz und den sozialen Zusammenhalt in unserer Gesellschaft."

Folgende Personen und Vereine wurden ausgezeichnet:

Erster Preis (je 7.500 Euro) - Den ersten Preis teilen sich Frau Gudrun Lumpp als Privatperson und die Tierschutzjugend NRW als Verein:

Frau Gudrun Lumpp aus Paderborn gab ihren Beruf als Krankenschwester auf, um sich dem Tierschutz zu widmen. Unter großem persönlichen und finanziellen Einsatz betreibt sie seit über 20 Jahren das private Tierheim "Tierhort Albert Schweitzer". Der Unterschied und die besondere Herausforderung im Gegensatz zu der Situation anderer Tierheime besteht darin, dass Gudrun Lumpp kaum Einnahmen aus Tiervermittlungen erhält. Sie nimmt vor allem sehr alte und kranke Hunde auf, die nicht mehr vermittelt werden können und welche sie bis zu deren Tod pflegt. Ihr Tierhort ist ein Ort, an dem die Tiere einen ruhigen Lebensabend verbringen können.

Die Tierschutzjugend NRW ist die Jugendorganisation im Landestierschutzverband NRW e.V. Sie unterstützt lokale Kinder- sowie Jugendgruppen der Tierschutzvereine und bietet Fortbildungen und Schulungen für Gruppenleiterinnen sowie -leiter an. Für Kinder und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren werden zahlreiche Bildungs- und Ferienangebote zu Tierschutz- und Umweltthemen angeboten: Zum Beispiel die richtige Haltung von Haustieren, die landwirtschaftliche Tierhaltung oder auch vegetarisches Kochen. Seit der Corona-Pandemie vermittelt die Tierschutzjugend jungen Menschen Bildungsangebote auch als Web-Veranstaltungen und bietet ein digitales Zusatzangebot mit Rätseln, Buch-, Film- und Basteltipps.

Zweiter Preis (je 5.000 Euro) - Den zweiten Platz teilen sich das Bildungsprojekt "TiNa macht Schule" sowie die Vereine SAMT e. V. und der Tierschutzverein Notpfote Animal Rescue e. V.:

"TiNa macht Schule" (Tier- und Naturschutz) ist ein Projekt des Düsseldorfer Tierschutzvereins. Das Projekt besteht seit 2017 und enthält diverse Bildungsangebote, Unterrichtseinheiten, Exkursionen zum eigenen Tierschutzhof und Arbeitsgemeinschaften mit Offenen Ganztagsschulen. Kinder und Jugendliche lernen so altersgerecht und spielerisch wichtige Kenntnisse über Tiere und Natur, über die Umwelt und die eigenen Möglichkeiten im Alltag mit alldem respektvoll und nachhaltig umzugehen. "TiNa macht Schule" ist Mitglied im Landesnetzwerk Bildung für nachhaltige Entwicklung und kooperiert mit verschiedensten Akteuren im Tier- und Umweltschutz.

Der Verein SAMT e. V. (Soziale Arbeit für Mensch und Tier) aus Jülich versorgt Haustiere von Halterinnen und Haltern, die in eine schwierige Situation geraten sind - zum Beispiel durch Krankheit oder Armut. Der Verein ermöglicht Futterausgaben, übernimmt für Bedürftige die Tierarztkosten und leistet Beratungsarbeit sowie Hilfestellungen und Betreuung vor Ort. Auch der "klassische" Tierschutz wird praktiziert: Verwaiste und ausgesetzte Tiere werden gepflegt und anschließend in ein neues Zuhause vermittelt. Weiterhin leistet SAMT e. V. Aufklärungsarbeit und gibt Informationen über die artgerechte Haltung von Tieren und hilft bei der Suche nach vermissten Tieren über das Vereinsnetzwerk.

Der Tierschutzverein Notpfote Animal Rescue e. V. aus Neuss hat seit 2011 zahlreiche Tierschutz-Projekte ins Leben gerufen. Im Rahmen des Projektes "Senioren für Senioren" werden ältere Hunde, die ihr Zuhause verloren haben, an Senioren vermittelt. Neben der Übernahme von Arzt- und Futterkosten erhalten die Senioren Unterstützung bei der Betreuung der Tiere. Ein anderes Projekt "Senioren für den Tierschutz" ermöglicht und fördert die Reintegration älterer Menschen in die klassischen Tierschutzarbeiten. Auch im Bereich der Tierschutzbildung ist der Verein aktiv. Mit dem "Tierschutzlehrer Projekt" sollen Kinder und Jugendliche anschaulich und altersgerecht über die Themen Natur und Umweltschutz aufgeklärt werden - auch mit ihren kritischen Aspekten.        

Über die Preisvergabe entschied eine unabhängige Fachjury, bestehend aus Mitgliedern des Landestierschutzbeirates Nordrhein-Westfalen, des Referates Tierschutz des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz sowie der Landestierschutzbeauftragten Dr. Gerlinde von Dehn. Seit dem 1. Dezember 2020 ist Frau Dr. von Dehn im Amt der Landestierschutzbeauftragten. Sie ist eine unabhängige Anlaufstelle für Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern und Ansprechpartnerin für Tierschutzverbände und -vereine sowie für Organisationen und Einrichtungen.

„Projekt Nachhaltigkeit“ akzeptiert Einreichungen von zivilgesellschaftlichen Organisationen, Initiativen der sozialen Innovation, Privatpersonen, Kommunen, öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Universitäten, Bibliotheken etc.), Unternehmen, Startups oder Kooperationen. Voraussetzung ist, dass sich das Projekt bereits in der Umsetzung befindet. Außerdem können sich auch Projekte bewerben, die bereits in vorherigen Runden das Qualitätslabel „Projekt Nachhaltigkeit“ (ehemals „Werkstatt N“) erhalten haben. Entscheidend ist dann die Darstellung eines Fortschritts im Projekt.

Auch dieses Jahr gibt es vier Schwerpunktthemen, die sich an den Transformationsbereichen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie orientieren. 2021 sind die Schwerpunktthemen: Energiewende und Klimaschutz, Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende, Kreislaufwirtschaft sowie soziale Gerechtigkeit / Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten. Aber auch Bewerbungen abseits der Schwerpunktthemen sind möglich. Dies gilt jedoch nicht für den Fotowettbewerb, der nur Bewerbungen innerhalb der Schwerpunktthemen zulässt. Außerdem ist nur ein Foto pro Teilnehmerin oder Teilnehmer zulässig. Es sind keine Bilder mit verfremdeter Nachbearbeitung, Bildcollagen und durch digitales Composing entstandene Motive zugelassen.