Gesundheit und Wohlergehen

SDG 3

Um ein gesundes Leben für alle sicherzustellen, bedarf es sowohl einer guten Gesundheitsversorgung als auch einer umfassenden Vorsorge.

Die Verbesserung der Gesundheit aller Menschen weltweit ist ein zentrales Anliegen der Agenda 2030. Gesundheit ist eine der grundlegenden Voraussetzungen für Wohlstand, sozialen Zusammenhalt und gesellschaftliche Teilhabe. Am allgemeinen Gesundheitsstand lässt sich auch der soziale, wirtschaftliche und ökologische Fortschritt nachhaltiger Entwicklung ablesen. Die Corona-Pandemie führt uns aktuell auch in Deutschland und Nordrhein-Westfalen vor Augen, welche dramatischen Auswirkungen Krankheiten auf alle Lebensbereiche haben können.

Gesundheit fördern und Prävention stärken

Gesundheitsförderung und Prävention sind wichtige Bausteine, um ein aktives gesundes Leben zu führen und chronische Krankheiten zu vermeiden. Gerade die sogenannten Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Rückenschmerzen können in vielen Fällen durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil vermieden, zumindest aber positiv beeinflusst werden. Die nordrhein-westfälische Landesgesundheitskonferenz hat bereits im Jahr 2005 das Präventionskonzept NRW verabschiedet und 2009 überarbeitet. Unter dem Dach dieses Präventionskonzeptes wurden Schwerpunktthemen vereinbart, Arbeitsstrukturen eingerichtet und die vielfältigen Akteure aus dem Gesundheitswesen auf kommunaler und Landesebene zusammengeführt und vernetzt. Dadurch konnten im Rahmen von fünf Landesinitiativen zahlreiche Projekte zur nachhaltigen Verbesserung der Gesundheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen umgesetzt werden. Im November 2017 wurde das Landespräventionskonzept im Rahmen der „Landesinitiative Prävention und Gesundheitsförderung“ fortgeschrieben.

Ein wichtiger Indikator für die Gesamtgesundheit der Bevölkerung ist die Anzahl vorzeitiger Sterbefälle im Alter unter 65 Jahren. Diese Sterbefälle gelten zu großen Teilen als vermeidbar. Um die vorzeitige Sterblichkeit in der Gesellschaft zu senken, nimmt die Gesundheitsförderung und Prävention in NRW Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen besonders in den Blick. Denn im individuellen Gesundheitsverhalten und bei verhaltensbezogenen Risikofaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel und Übergewicht zeichnen sich soziale Unterschiede deutlich ab. 

Die weltweite Corona-Pandemie führt uns aktuell vor Augen, welche dramatischen Auswirkungen Krankheiten auf das gesamte öffentliche und private Leben und die gesamte Wirtschaftstätigkeit haben können.

Umwelt und Gesundheit

Die Zusammenhänge zwischen Umwelteinflüssen und Gesundheitsbeeinträchtigungen sind hinreichend belegt. Ebenfalls nachgewiesen ist, dass Umweltbelastungen und daraus resultierende Gesundheitsbelastungen sozial benachteiligte Räume stärker treffen. Um Nordrhein-Westfalen noch lebenswerter zu machen, müssen drei Bereiche miteinander in Einklang gebracht werden: der Anspruch der Menschen auf hohe Lebensqualität, die hohe Industrie- und Verkehrsdichte und das Erfordernis, die wirtschaftliche Standortqualität zu erhalten und zu fördern. Insbesondere die zunehmende Verdichtung in Ballungsräumen stellt dabei eine Herausforderung dar.

Ein wichtiges Ziel der NRW-Landesregierung im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Verbesserung der Luftqualität. Die schädliche Wirkung von Luftverunreinigungen ist seit langem bekannt. Die Europäische Kommission hat daher Luftqualitätsrichtlinien zum Schutz der menschlichen Gesundheit erlassen, die EU-weit gelten und für deren Umsetzung in Deutschland die Bundesländer verantwortlich sind. Jede Verringerung der Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung der Luft ist ein Gesundheitsgewinn für alle. Abgesehen von verhältnismäßig geringen Anteilen aus natürlichen Quellen und Hausbrand werden in Nordrhein-Westfalen Stickstoffoxide in etwa zur Hälfte bei industriellen Verbrennungsprozessen und zu etwa einem Drittel aus dem Verkehr freigesetzt. Beim Feinstaub überwiegen in Nordrhein-Westfalen die Emissionen der Industrie, wobei auch der Verkehr, die Landwirtschaft und der Hausbrand wichtige vom Menschen verursachte Feinstaubquellen sind. Insbesondere in innerstädtischen Straßenschluchten kann es in Bereichen mit einer hohen Verkehrsdichte zu hohen Luftbelastungen kommen. Von zentraler Bedeutung für eine Verbesserung der Luftqualität sind Emissionsbegrenzungen an der Quelle. 

Auch die Lärmbelastung soll verringert werden. Lärm ist ein weit verbreiteter Stressfaktor und eine mögliche Ursache für Schlafstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Nordrhein-Westfalen stellen hohe Lärmbelastungen ein erhebliches Umwelt- und Gesundheitsproblem dar. Mehr als eine Million Menschen in Nordrhein-Westfalen sind von beträchtlichen Lärmbelastungen anhaltend betroffen. Zahlreiche Betroffene leben entlang lärmbelasteter Straßen. Die NRW-Landesregierung will deshalb die Gesamtlärmbelastung in Wohnbereichen bis 2030 deutlich absenken.

Zu diesen SDGs gibt es viele Querverbindungen: