Sauberes Wasser

SDG 6

Die sichere Versorgung mit sauberem Wasser ist für ein Leben in Gesundheit und Würde unerlässlich. Dies soll weltweit bis zum Jahr 2030 erreicht werden. Auch in Nordrhein-Westfalen ist der Schutz des Wassers eine wichtige Aufgabe.

Wasser ist eine unserer wichtigsten Lebensgrundlagen. Die Verfügbarkeit von Wasser für alle – insbesondere zum Trinken, für die Hygiene, und für die Herstellung und Verarbeitung von Nahrungsmitteln – kann über Wohlstand und Gesundheit einer Gesellschaft entscheiden. Um natürliche und naturnahe Wasserkreisläufe und die dauerhafte Versorgung mit Wasser zu erhalten, müssen die Wasserressourcen vor Verschmutzung und Übernutzung geschützt werden. Und das umso mehr, weil durch die Auswirkungen des Klimawandels saisonale und regionale Wasserknappheit zunehmen und verstärkt zu erwarten sind. Aber auch das Konsumverhalten und die Einstellung zum Umgang mit der knappen Ressource Wasser beeinflussen deren Verfügbarkeit, die global höchst verschieden ist.

In Nordrhein-Westfalen prägen intensive Landwirtschaft im ländlichen Raum auf der einen Seite und hochproduktive Industriestandorte und Bergbauregionen in den urbanen Ballungsräumen an Rhein und Ruhr auf der anderen Seite die Gewässer und den Wasserhaushalt.

In Anlehnung an die Zielsetzungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) verfolgt die NRW-Nachhaltigkeitsstrategie zwei konkrete Ziele mit Bezug auf die Nährstoffe Phosphor und Nitrat als Beitrag zu SDG 6. Erstens sollen bis 2030 an allen Messstellen die gewässertypischen Orientierungswerte an Phosphor in Fließgewässern eingehalten oder unterschritten werden. Zweitens soll der „50mg/l“ Nitrat-Schwellenwert im Grundwasser eingehalten werden.

Das bewährte Modell der Trinkwasserkooperationen soll weiterhin verfolgt und auf weitere Flächen außerhalb der Wasserschutzgebiete ausgeweitet werden. Diese Kooperationen sorgen in einem gemeinsamen Dialog mit den Landwirten nicht nur für die Umstellung auf eine gewässerschonende Landwirtschaft, sondern können auch zur Etablierung einer nachhaltigen Flächenbewirtschaftung beitragen.

Jedoch bedarf es nicht nur im landwirtschaftlichen Sektor weiterer Anstrengungen. Auch in der Abwasserreinigung beispielsweise bestehen zum Teil noch Defizite.

In Nordrhein-Westfalen prägen vielfältige Landnutzungen in unterschiedlicher Weise die Gewässer und den Wasserhaushalt und stellen besondere Anforderungen an eine nachhaltige Gewässerbewirtschaftung.

 

Graue Wasserwirtschaftsinfrastrukturen

Leistungsfähige Wasserversorgung und -entsorgung tragen entscheidend zur Lebensqualität und zur Wirtschaftstätigkeit in Nordrhein-Westfalen bei. Hier profitiert das Land von richtigen Weichenstellungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgt sind. Gleichwohl besteht noch immer großer Optimierungsbedarf und mit Blick auf die Zukunft müssen Anstrengungen unternommen werden, um das hohe Niveau der Wasserwirtschaft in Nordrhein-Westfalen auch für unsere Enkelinnen und Enkel zu erhalten. In Zeiten des Kohleausstiegs, des Klimawandels mit Dürren, von Starkregenereignissen und Hochwassergefahren sind die Herausforderungen zahlreich. Verstärkt werden sie noch durch den Trend zur Urbanisierung verbunden mit sinkenden Bevölkerungszahlen in den ländlichen Räumen. Es gilt, die Widerstandsfähigkeit der Wasserwirtschaftsinfrastrukturen in NRW auch für die Zukunft sicherzustellen und die Städte und Gemeinden sicher und nachhaltig zu entwickeln.

Nordrhein-Westfalen hat sich bereits auf den Weg gemacht, die Wasserwirtschaft Baustein für Baustein nachhaltig auszurichten. Beispiele dafür sind: Das Hochwasserschutzkonzept, das Programm „Wasser in der Stadt von morgen“ bzw. das Ruhr-Konferenz-Projekt „Klimaresiliente Region mit internationaler Strahlkraft“, das umfangreiche Maßnahmenprogramm zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie, die Erstellung von Wasserversorgungskonzepten zur langfristigen Sicherstellung der Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigungskonzepte und eine Vielzahl von Forschungsprojekten.

Zu diesen SDGs gibt es viele Querverbindungen: