Widerstandsfähige Infrastruktur, Industrie und Innovation

SDG 9

Investitionen in eine zukunftsfähige Infrastruktur und Forschung sind Basis für ökologischen, wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Fortschritt.

Ziel des SDG 9 ist der Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur, die Förderung einer breitenwirksamen und nachhaltigen Industrialisierung und die Unterstützung von Innovationen. Zukunftsfähige Infrastruktur umfasst insbesondere optimierte Verkehrswege, Informations- und Kommunikationstechnologie, Schulen und Hochschulen, Anlagen zur Energieerzeugung und -übertragung, Wasserver- und entsorgung, Abfallbewirtschaftung sowie Krankenhäuser. Bei Planung, Errichtung, Ausbau und Instandhaltung von Infrastrukturen müssen Klimaschutz und -anpassung, Energieeinsparung, Lärmschutz, Luftreinhaltung und der Schutz der natürlichen Ressourcen berücksichtigt werden. Dabei gilt es auch die Chancen der Digitalisierung, wie z. B. verbesserte Teilhabe durch den Einsatz digitaler Technologien zu nutzen und ihre Risiken, wie z. B. begrenzte Ressourcenverfügbarkeit, hoher Energiebedarf und Elektroschrott zu meistern. 

Bei der digitalen Infrastruktur zeigt sich, dass Mobilfunkverbindungen weltweit fast flächendeckend verfügbar sind, aber nur etwa die Hälfte der Weltbevölkerung online ist. Während in entwickelten Ländern 87% der Bevölkerung das Internet nutzen, sind es in den am wenigsten entwickelten Ländern nur 19%. Gründe dafür sind u.a. die Kosten und mangelnde Kompetenzen. Bei der digitalen Infrastruktur zur Vernetzung von Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Betrieben mit gigabitfähigem Breitband und Mobilfunk, befindet sich Nordrhein-Westfalen in einem enormen Aufholprozess. Hierfür hat die Landesregierung im Rahmen der Digitalstrategie NRW den Gigabit-Masterplan entwickelt, um den Ausbau von Breitbandnetzen zu beschleunigen. Weitere Themen der Digitalstrategie NRW sind u.a. Open- und E-Government, Informationssicherheit, Datenschutz, Verbraucherschutz, Recht und Regulierung der digitalen Wirtschaft. 

Nordrhein-Westfalen soll ein innovativer Industriestandort bleiben und gleichzeitig seinen Beitrag zum Klimaschutzabkommen von Paris und den SDGs leisten. Die Symbiose von Ökologie und Ökonomie soll Nordrhein-Westfalen dabei neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit als modernster, klima- und umweltfreundlichster Industriestandort dauerhaft stärken. Hier werden auch die Wechselwirkungen zum SDG 7 deutlich: Mit der „Energieversorgungsstrategie NRW“ zeigt NRW einen Weg in die Zukunft auf, um den Akteuren im Energie- und Industriesektor Planungs- und Investitionssicherheit zu geben.

Zukunft mit neuen Lösungen gestalten: Jährlich mindestens 3,5% des BIP bis 2030 der privaten und öffentlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Mehr Ausgaben für Forschung und Entwicklung

Die Landesregierung NRW hat das ehrgeizige Ziel formuliert, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2030 von aktuell ca. 2% auf jährlich mindestens 3,5% des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind eine zentrale Bestimmungsgröße für das Innovationstempo und die Innovationskraft. Dabei wird angestrebt, dass die Investitionen zu zwei Dritteln von der Privatwirtschaft finanziert werden sollen – hier ist der Rückstand gegenüber anderen Bundesländern bisher besonders groß. 

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass eine Vielzahl (digitaler) Innovationen bestehen aus denen sich Chancen für eine nachhaltige Transformation von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ergeben. Um diese Potenziale auch in Nordrhein-Westfalen bestmöglich zu nutzen, kommt es insbesondere auf eine optimale Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur an. Die Innovationspolitik des Landes Nordrhein-Westfalen ist Motor des wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fortschritts. Deshalb fokussiert die Innovationsstrategie NRW Innovationen, die in allen drei Bereichen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. 

Mit ihren exzellenten Forschungsergebnissen leisten Hochschulen und Einrichtungen der außeruniversitären Forschung einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung. Die Gründung vieler neuer Fachhochschulen und die zunehmende Orientierung in Richtung Transfer von Wissenschaft zu Wirtschaft verbessern die Leistungsfähigkeit der anwendungsorientierten nordrhein-westfälischen Forschungslandschaft. Besonders positiv hervorzuheben ist, dass die aufgewendeten Mittel für Forschung und Entwicklung im Hochschulbereich über dem bundesweiten Schnitt liegen – ein Beleg für die Stärke des Forschungsstandorts Nordrhein-Westfalen. Einen Überblick der Forschungslandschaft im Nachhaltigkeitskontext finden Sie hier.

Zu diesen SDGs gibt es viele Querverbindungen: